Legend

Originaltitel: Legend
Jahr: 2015
Regisseur: Brian Helgeland

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Legend basiert auf wahren Begebenheiten und richtet sich dabei nach dem Buch „The Profession Of Violence“ von John Pearson und erzählt die Geschichte der eineiigen Zwillinge Ronald („Ronnie“) und Reginald („Reggie“) Kray, die im East End von London der 1950er und 1960er Jahre zu den berüchtigtsten Kriminellen der britischen Geschichte werden. Durch ihre beispiellose Skrupellosigkeit und guten Kontakten zu politischen Entscheidungsträgern machen Sie sich schnell einen Namen und Ihnen gelingt ein rasanter Aufstieg.

Für die Regie und das Drehbuch ist Brian Helgeland verantwortlich, der für sein Drehbuch zu dem Gangster-Epos L.A. Confidential (1997) den Oscar gewinnen konnte und auch für das Drehbuch zu Mystic River (2003) nominiert wurde.  Auch regietechnisch kann er mit  Payback (1999)  und A Knight’s Tale (2001) gelungene Filme vorweisen. Dazu übernimmt Tom Hardy die Doppelrolle der Kray-Zwillinge und für die Kamera konnte Dick Pope (Mr. Turner/The Illusionist ) verpflichtet werden. Da kann eigentlich nicht viel schief gehen oder?

Reggie Kray: “A paranoid schizophrenic walks into a bar…”

Das Herzstück und das Beste an Legend ist zweifelsohne die Performance von Tom Hardy. In seinen letzten Filmen The Drop (2014) und Mad Max: Fury Road (2015) konnte er schon trotz wortkargen Rollen überzeugen und sein Schauspieltalent aufblitzen lassen. In Legend kann er jetzt endlich mit seinem facettenreichen Schauspiel aus dem Vollen schöpfen. Hardy verkörpert die grundverschiedenen Charakterzüge brillant. Reggie der elegante und charmante, Ronnie der psychotische Einzelgänger . Phasenweise könnte man fast glauben die Zwillinge werden von unterschiedlichen Darstellern gespielt. Was beide gemeinsam haben ist das aufbrausende Temperament. Ihre Wutausbrüche waren sowohl legendär wie auch gefürchtet. Auch untereinander waren die Brüder selbst die ärgsten Feinde, was Tom Hardy also auch sehr viel gegen sich selber zu kämpfen gibt. 😉 Brian Helgeland fängt den Look der 60er Jahre beeindruckend ein. Kostüme, Ausstattung, Sets und Soundtrack vermitteln eine erstklassige Atmosphäre, welche von der Kameraarbeit von Dick Pope perfektioniert wird. Der Erzählstil ist klassisch und ruhig. In der ersten Hälfte serviert uns der Regisseur eine unterhaltsame und innovative Gangstergeschichte, die durch britischen Humor und Flair punkten kann. In der zweiten Hälfte geht der Film leider in eine komplett andere Richtung und der Film verliert von Minute zu Minute an Reiz. Die Geschichte beschränkt sich vor allem auf die Beziehung zwischen den beiden Kray-Gangstern und die Beziehung zwischen Reggie und seiner Frau Frances. Dadurch geht der Film eher in Richtung Beziehungsdrama und verliert die überragende Gangsterstimmung von der ersten Hälfte. Man erkennt nicht wie die Zwillinge von kleinen Gaunern zu gefürchteten Mafiabossen werden und wie Sie das mächtige Imperium genau aus dem Boden stampfen. Dadurch das Legend auf wahren Begebenheiten beruht, ist das Ende vorhersehbar und nicht wirklich spannend. Da enttäuscht Brian Helgeland mit seinem Drehbuch auf der ganzen Linie.

Die grandios aufspielenden Tom Hardy und Tom Hardy machen Legend schon alleine wegen der schauspielerischen Leistungen sehenswert. Wenn die zweite Hälfte die Klasse von der ersten Hälfte hätte halten können, wäre aus Legend ein herausragender Film geworden. Durch die Richtungsänderung von Gangsterdrama zu Beziehungsdrama ist leider viel Potential verloren gegangen. Für Genre-Fans und speziell Tom Hardy Fans ist der Streifen sicher trotzdem empfehlenswert.

7/10

 

 

 

 

 

11 Gedanken zu “Legend

    • Gestern lief die Vorpremiere von Legend bei uns. Revenant, Creed, The Hateful Eight habe ich mir für Januar vorgemerkt.
      Star Wars werde ich auch noch nachholen müssen. Evtl. wenn die Zeit reicht noch Carol und Joy. Hast recht, könnte wirklich noch stressig werden. 😉 Hast du noch weitere auf dem Zettel?

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      • Die von dir genannten (Minus Creed). Dafür „Unfriend“ und auf jeden Fall „Die 5. Welle“! Interessant könnten auch „Boulevard“ (letzter Film mit Robin Williams) und „The Danish Girl“ sein. Allerdings werden das wohl eher TV Sichtungen.
        „The Big Short“ hätte ich gestern schon sehen können. Habe mich aber für einen anderen Film entschieden.

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      • Wobei „The Hateful 8“ mich bisher auch noch nicht 100% überzeugt hat. Mal schauen was sich so ergibt. Langweilig wird es sicher nicht 😉

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  1. Lieber „Gobi“,
    unsere Agentur PURE Online betreut die Online-Presse- und PR zum deutschenKinostart von LEGEND. Wir möchten dich darauf hinweisen, dass das bei dir veröffentlichte Kinoplakat nicht (mehr) aktuell ist. Wenn du uns deine Kontaktdaten zukommen lässt, schicken wir dir gern das korrekte Plakatmotiv zur Aktualisierung.

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