Spectre

Originaltitel: Spectre
Jahr: 2015
Regisseur: Sam Mendes

spectre-poster

Q : „I asked you to bring it back in one piece, not just one piece“

James Bond kehrt nach 3 Jahren Abstinenz wieder zurück und geht damit in die 24. Runde. Mit 148 Minuten ist Spectre der längste Bond aller Zeiten und mit geschätzten 300 Millionen Dollar Produktionskoten auch der teuerste. In die Rolle des Doppelnull-Agenten schlüpft zum vierten Mal Daniel Craig. Wie schon bei Skyfall führt wieder Sam Mendes Regie. Casino Royal (2006) und Skyfall (2012) bereicherten das Bond-Franchise, weil sie mutig waren und uns keine typischen Bondzutaten lieferten.  Spectre knüpft direkt nach dem Vorgängerbond (Skyfall) an und könnte geradezu als offizielles Sequel angesehen werden.

James Bond erhielt kurz vor dem Tod von M (Judi Dench) eine Nachricht, dass er einen Terroristen namens Sciarra aufspüren, umbringen und seine Beerdigung besuchen soll. Im Rahmen seiner geheimen Mission stößt Bond auf eine düstere Organisation namens Spectre und wird dabei mit seiner Vergangenheit konfrontiert.

Nachdem wir uns in der Vorpremiere zu Spectre in einem komplett ausverkauften Kinosaal mit Müh, Geduld und Not unsere Sitzplätze zurück erobert hatten, konnte es endlich losgehen. 🙂

Die Pretitle-Sequenz verschlägt uns nach Mexico City. Die Kamera folgt Bond in einer minutenlangen Einstellung ohne Schnitte von der Parade „Día de Muertos“ („Tage der Toten“) in ein Hotelzimmer, auf einen Balkon und auf ein Dach. Es folgt eine Verfolgungsjagd die mit einem Kampf in einem Helikopter auf dem Zócalo Platz mit über 1‘500 Statisten endet. Die Pretitle-Sequenz kann vor allem wegen dem hervorragend gefilmten Long-Take überzeugen. Der Helikopter Kampf ist zwar aufwendig und spektakulär inszeniert, konnte mich aber nicht wirklich vom Hocker hauen. Die Actionhighlights bilden eine Autoverfolgungsjagd mit dem Aston Martin DB10 durch das nächtliche Rom und ein hitziger Fight im Zug, welcher an den Kampf zwischen Sean Connery und Robert Shaw aus „From Russia with Love“ erinnert. Das Titellied „Writing’s on the Wall“ kommt von Sam Smith. Die Ballade ist für einen Bondsong viel zu weinerlich und eine grosse Enttäuschung. Bei dem letzten Tim Burton Film Big Eyes (2014) war mir die Performance von Christoph Waltz oft zu überspielt und überzogen. In Spectre passt er aber wieder perfekt in die Rolle. Unverständlicherweise taucht er viel zu spät auf und seine Rolle ist viel zu kurz geraten. Dave Batista als Mr. Hinx überzeugt als Handlanger und erinnert an vergangene klassische Bösewichte wie Odd Job (Harold Sakata) oder Jaws (Richard Kiel). Ben Whishaw übernimmt wieder die Rolle es MI6-Quartiermeisters „Q“ und sorgt in den Szenen mit Daniel Craig für die besten Lacher und für reichlich trockenen britischen Humor. Monica Bellucci als Lucia Sciarra hat leider nur einen kurzen Gastaufritt. Sie ist mit ihren 51 Jahren das älteste Bondgirl der Serie und macht noch immer eine gute Figur. Reichlich mehr Leinwandpräsenz hat Léa Seydoux als Dr. Madeleine Swann erhalten, welche ein überzeugendes Bondgirl abgibt.

Spectre verfügt über einen ausgewogenen Anteil an Action, Humor, Spannung und ist durchgehend unterhaltsam. Leider bietet das neue Bond Abenteuer keinerlei Erneuerungen oder Überraschungen und so geht es eher wieder in Richtung „Back to Basics“. Nach Skyfall waren die Erwartungen an Sam Mendes deutlich zu groß. Mehr als ein Popcorn-Action-Thriller wird uns hier nicht geboten. Trotzdem gehört Spectre zu den besseren Bondfilmen und ist auch für nicht Bond-Fans sehenswert.

7/10

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