Crimson Peak

Originaltitel: Crimson Peak
Jahr: 2015
Regisseur: Guillermo del Toro

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Der mexikanische Regisseur Guillermo del Toro machte sich spätestens mit den beiden Hellboy Comicverfilmungen (2004/2008) und mit Pans Labyrinth (2006) einen Namen als kreativer Freigeist und verrückter Visionär. Seine Filme leben von einer liebevollen und detailverliebten Machart, wo vor allem die Schauplätze und Kostüme beeindrucken können. Del Toro lässt den Zuschauer in eine einzigartige märchenhafte Atmosphäre mit fantasievollen und skurrilen Kreaturen eintauchen. Sein neustes Werk Crimson Peak beschreibt er als keinen Horrorfilm, sondern als eine Gothic-Romance, die gruselig, spannend und voller Gefühle sein soll.

Optisch überzeugt die romantische Gruselgeschichte auf allen Ebenen und dem Regisseur gelingt es den Zuschauer erneut zu verzaubern. Hauptschauplatz und der heimliche Star des Films ist ein verfallenes Herrenhau namens „Allerdale Hall“. „Allerdale Hall“ liegt abgelegen im englischen Hügelland, umgeben von Schnee und kahler Erde. Ein Team von Set Designern arbeitete fast ein halbes Jahr an diesem Anwesen um die Visionen des Regisseurs zu realisieren. Treu nach dem Motto: „Das Haus muss zum Leben erwachen“. Die Wandoberfläche ist die Haut und die Risse sind die Wunden des Hauses, welche „Allerdale Hall“ atmen und bluten lassen. Für das Set-Design wurden keine Computereffekte eingesetzt.

Die Handlung dazu ist schnell erzählt. Die Autorin Edith Cushing (Mia Wasikowska) zieht frisch verheiratet mit ihrem Ehemann Sir Thomas Sharpe (Tom Hiddleston) und dessen Schwester Lucille Sharpe (Jessica Chastain) in das mysteriöse alte Haus und schon bald passieren ungewöhnliche Dinge und die Sharpes scheinen ein düsteres Geheimnis aus ihrer Vergangenheit zu verbergen.

Edith Cushing: “Ghosts are real, that much I know. I’ve seen them all my life…”

Mia Wasikowska und Tom Hiddleston bilden ein perfektes Leinwandpaar. Mia Wasikowka hat dabei den Part als naive und unschuldige Ehefrau und Tom Hiddleston spielt den charmanten, eleganten und geheimnisvollen britischen adligen Ehemann. Die beste schauspielerische Leistung gibt Jessica Chastain ab, welche das böse Gegenstück zu Mia Wasikowska als Schwester Lucille übernimmt und eine überragende und bedrohliche Leinwandpräsenz abgibt. So sehr Crimson Peak visuell und schauspielerisch überzeugen kann, so unkreativ und enttäuschend ist leider der Inhalt. Zu vorhersehbar und zu durchschaubar ist die Geschichte, die keinerlei Schockmomente oder Überraschungen bietet. So bleibt leider der Horrorfaktor und die Spannung auf der Strecke. Unheimlich ist nur die düstere und beklemmende Atmosphäre und die mit Herzblut designte Kulisse. Oft wird versucht mit billigen Jumpscares Grusel zu erzeugen, was überhaupt nicht funktioniert, da diese viel zu auffällig ausfallen. Auch die Dialoge bieten keinen Unterhaltungswert, sondern langweilen mehr und ziehen sich oft in die Länge. Da hätte ich mir von Guillermo del Toro mehr erhofft, der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat.

Crimson Peak bleibt hinter den hohen Erwartungen zurück, der optisch und schauspielerisch zwar überzeugen kann, Inhaltlich aber auf der ganzen Linie enttäuscht.

6/10

3 Gedanken zu “Crimson Peak

  1. Ich stimmte dir vollkommen zu! Ich hatte zuvor nur den offiziellen Trailer gesehen und dadurch sehr große Erwartungen, die leider nicht erfüllt wurden. An sich ein guter Film und die Story würde schon was „hergeben“, aber die Umsetzung war dann doch bisschen öde, vor allem der Schluss.

    Gefällt 1 Person

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