Die James Bond Erfolgsformel

Nachdem ich mir als Vorbereitung und Einstimmung zu Spectre alle 23 Vorgängerbonds angeschaut hatte, fragte ich mich, was macht eigentlich ein guter James Bond Film aus? Was haben die aus meiner Sicht besten Bondfilme, was andere nicht haben?

James-Bonds

Einer der wichtigsten Punkte stellte ich bei der Wahl des Bond Gegenspielers fest. Rosa Klebb (Lotte Lenya) und Grant (Robert Shaw) überzeugten in „From Russia with Love“ als fiese Schurken. Goldfinger hatte mit Auric Goldfinger (Gert Fröbe) und Handlanger Odd Job (Harold Sakata) eines der besten und unvergesslichsten Bösweicht-Duos der Bondgeschichte. In „The Spy Who Loved Me“ waren die Bösewichte mit Stromberg (Curd Jürgens) und mit seinem legendären Handlanger Jaws (Richard Kiel) überragend besetzt. In Casino Royal brillierte Le Chiffre (Mads Mikkelsen) und in Skyfall Raoul Silva (Javier Bardem). Alle diese Gegenspieler hatten Charakter und forderten Bond so richtig heraus. Wenn wir uns jetzt mal als Gegenstück „Quantum of Solace“ anschauen. Mathieu Amalric und Anatole Taubman blieben als Dominic Greene und Elvis überhaupt nicht in Erinnerung und stellten für Bond keine Gefahr dar.  Das A und O ist es also einen würdigen und ernstzunehmenden Gegenspieler zu haben.

Eine weitere wichtige Kategorie ist die Action. James Bond Filme sind für spektakuläre Actionszenen und waghalsige Stunts bekannt. Dabei ist das Highlight meistens schon in der Pretitle-Sequence zu sehen. Wilde Verfolgungsjagden zu Wasser, Luft, Schnee oder Strasse. Bond lässt es überall krachen. Wesentlich dabei ist, dass die Szenen handgemacht und nicht am Computer entstanden sind. Eine CGI-Schlacht wie in „Die Another Day“ will keiner sehen und lässt alles künstlich aussehen. Auch schnelle Schnitte und eine Wackelkamera wie in „Quantum of Solace“ haben in einem Bondfilm nichts verloren. Stunts wie der Sprung von der 220 Meter hohen Verzasca-Staumauer (GoldenEye), der Ski-Fallschirmsprung (The Spy who Loved me), die Kran-Verfolgungsjagt (Casino Royal), die Bootverfolgungsjagt durch die Themse in London (The World Is Not Enough), der Sprung auf der Krokodilfarm (Live and Let Die) oder der atemberaubende Sprung aus einem Flugzeug ohne Fallschirm (Moonraker) lässt jedes Bondherz höher schlagen.

Weitere wegweisende Grundzutaten sind die schönen Frauen, schnelle Autos, exotische Schauplätze, trockener Humor und die „Q“ Gadgets, welche die Erfolgsformel bilden. Diese Zutaten sind alle „Nice to Have“ aber nicht elementar wichtig. So kam z.B. ein Casino Royal auch ohne „Q“ und Gadgets aus und ein Skyfall auch ohne ein klassisches Bondgirl. Beides sind für mich aber sehr gute Bondfilme und gehören zu meinen Favoriten.

Die Wahl des Regisseurs ist eines der tragenden Elemente für einen guten Bondfilm. Wenn ein guter Regisseur ausgewählt wird, kann eigentlich nicht viel schief gehen.

Fast jeder Bondfilm folgt einer fest angelegten Musterhandlung. 007 erhält das Briefing bei „M“ und wird mit seiner Mission vertraut gemacht. Es folgt ein kurzer Flirt mit Moneypenny und die Gadgetvorstellung bei „Q“. Bond begibt sich auf die Reise und versucht über eine Frau an Informationen über seinen Gegenspieler zu kommen. Seine Gegenspieler verfolgen meistens einen verrückten Plan die Welt zu erobern. Er deckt Teile seines Planes auf, worauf der Bösewicht versucht Bond zu töten. Bond wird gefangen genommen, kann aber mit der Hilfe von einem „Q“ Gadget fliehen und jagt das Hauptquartier in die Luft. Die Schurken sterben und Bond rettet eine Frau. In den letzten 23 Bondfilmen gab es genau 6 Ausnahmen („On Her Majesty’s Secret Service“ (1969), „Licence to Kill“ (1989), „Casino Royale“ (2006), „Quantum of Solace“ (2008) und „Skyfall“ (2012)) wo man etwas Neues Versucht hat und nicht strikt nach dem Schema F vorgegangen ist. Bei Casino Royal und Skyfall wurde man für diesen Mut belohnt und brachte frischen Wind in das Bond-Universum.

Kurz zusammengefasst braucht es also nur einen guten Gegenspieler, einen fähigen Regisseur der im Actiongenre zuhause ist und die Umsetzung der bewährten Bondformel. Dazu noch ein bisschen Mut zu etwas Neuem und ein originelles Drehbuch. Ist doch eigentlich ganz einfach oder? 😉

2 Gedanken zu “Die James Bond Erfolgsformel

  1. Ja, richtig. Da sehe ich aber das geringste Problem bei den Bondfilmen, deshalb habe ich es nicht mit aufgeführt. Mit den Hauptdarstellern haben die Produzenten eigentlich alles richtig gemacht. Jeder hatte seine Qualitäten und jeder hat auch Abwechslung in die Reihe gebracht.

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