Kolumbien: Unterwegs im Norden von Kolumbien

Santa Catalina.

A co-production by Manu & Gobi.

Medellín

Von Salento ging es mit einem Minivan nach Medellín. Die Strecke ist sehr kurvenreich, vollgestopft mit Baustellen und man durchquert mehr Löcher als Strassen. Es war der bisher anstrengendste Transfer, da wir ständig mit dem Kopf gegen das Dach prallten. Untermalt wurde die holprige Tour mit einem 90er Jahre Soundtrack u.a. mit DJ Bobo. Authentischer kann eine südamerikanische Busfahrt kaum sein. 😉

Medellín wird „Capital de la Montaña“ (Hauptstadt der Berge) genannt, da es sich in einem Anden-Tal im nordwestlichen Kolumbien auf einer Höhe von 1’538m befindet. Die Stadt war lange überschattet von Bandenkriegen und hatte den Ruf einer Kokainhochburg (Kopf des Medellín-Kartells war der berüchtigte Pablo Escobar). Davon konnte man sich mittlerweile befreien und erfolgreich den Wandel zu einer sicheren und hippen Metropole vollziehen. Mit der Metrocable (Seilbahn) wurde ein sehr praktisches Massenbeförderungsmittel aufgebaut, welches auch an der Metrolinie angeschlossen wurde. Von der Seilbahnstation Santa Domingo erhält man einen sehr schönen Ausblick auf die Stadt.

Ausblick von Santa Domingo auf Medellín.

Metrocable (Seilbahn) von Medellín.

Santa Marta – Tayrona Nationalpark

Mit dem Flugzeug ging es nach Santa Marta, wo man nach einer ca. einstündigen Autofahrt in Richtung Osten den Tayrona Nationalpark erreicht. Wir übernachteten in einem rustikalen, aber gemütlichen Baumhaus gleich neben dem Park. Auf uns wartete eine sehr vielfältige und wunderschöne Landschaft, mit tropischen Urwäldern und traumhaften Stränden.

Unser Baumhaus Dauergast. Ich konnte ihm sogar einmal ein „Manuela“ und „Raclette“ entlocken. 😉

Unterwegs im Tayrona Nationalpark.

Was sich so alles hinter Palmen versteckt.

Strand „La Piscina“.

Strand „El Cabo San Juan De Guia“.

Palomino

Vom Nationalpark aus ging es mit dem öffentlichen Bus weiter nach Osten. Nach ca. einer Stunde, erreichten wir eine Häuseransammlung an der Hauptstrasse, dass laut Fahrer, das von uns angestrebte Palomino sei. Die kleine Ortschaft, mit etwa 2000 Einwohnern, lebt mehrheitlich von der Landwirtschaft und wirkt auf den ersten Blick wie eine grössere Raststätte. Wenn man jedoch 1,5 km Richtung Meer läuft, erkennt man wieso eine so kleine Ortschaft es in einen Reiseführer wie den „Lonely Planet Südamerika“ geschafft hat. Eingerahmt von zwei Flussmündungen liegt Playa Palomino: Ein wunderschöner, fast menschenleerer Sandstrand, der zum Glück vom Massentourismus weit entfernt ist. Zwischen dem Dorf und dem Strand gibt es einige Hostels, vereinzelte Restaurants und zwei kleine Geschäfte, wo es das Allernötigste zu kaufen gibt. Wir haben uns für eines der wenigen Hotels die 2-3 km vom Ort entfernt, dafür mit Bungalows direkt am Strand entschieden. Und so konnten wir morgens schon vom Bett aus eine paradiesische Aussicht mit Palmen, Meer und Strand geniessen.

Doch nicht so menschenleer.

Wen man so alles vor der Bungalowtür antrifft.

Man sollte auf jeden Fall genügend Bargeld mitbringen, denn Karten werden nur selten akzeptiert und der nächste Geldautomat ist 20km entfernt.

Cartagena

Nach einer Nacht Zwischenhalt in Santa Marta und einer mehrstündigen Busfahrt erreichten wir das erste Mal Cartagena .“Cartagena de Indias“, wie die Stadt offiziell heisst, ist das touristische Zentrum Kolumbiens. Was nicht zuletzt an dem langen Sandstrand, dem aktiven Nachtleben und der wunderschönen Altstadt liegt. Aber dazu später mehr.

Unsere erste Unterkunft lag im Stadtteil Bocagrande, der zu den teuersten Wohngegenden in ganz Kolumbien zählt. Dieses Quartier befindet sich auf einer Landzunge, die durch eine mehrspurige Strasse mit der restlichen Stadt verbunden ist. Bezeichnend für Bocagrande sind vor allem die hohen Glasgebäude an der Strandpromenade, bei denen es sich meistens um grosse Sterne-Hotels oder teure Apartmenthäuser handelt. Der Strand von Bocagrande wäre eigentlich recht schön, wenn man nicht im Sekundentakt von wirklich penetranten Verkäufer und Masseurinnen zugetextet und angetatscht werden würde. Was alles andere als entspannend ist und auch nicht zum langen Verweilen einlädt.

Altehrwürdige Mauern mit der Skyline Bocagrandes.

Da Bocagrande etwa eine halbe Stunde Fussmarsch (bei über 30 Grad im Schatten, eine schweisstreibende Angelegenheit) von der Altstadt entfernt ist und auch nicht gerade eine Fülle an guten Bars und Restaurants aufweist, entschieden wir uns noch mal zwei Nächte in einem anderen Stadtteil zu verbringen. Und so ging es weiter nach Getsemani.

Getsemani ist nicht wirklich jünger als die restliche Altstadt und trotzdem liegt sie getrennt davon auf der anderen Seite eines grossen Platzes (ein alter zugeschütteter Hafen) und ausserhalb der alten Stadtmauern. Getsemani nahm seinen Anfang als Viertel der kleinen Leute und Handwerker, was man noch heute gut sieht an den niedrigen Häusern, engen Gassen und der kleinen Plaza de Trinidad, mit der ebenso kleinen schlichten Kirche. Natürlich hat auch diese Gegend eine Vergangenheit mit Drogen und Kriminalität, aber da Cartagena eine der bestbewachten Städte Kolumbiens ist, gilt auch dieses Viertel als relativ sicher. Wie fast alles in Cartagena ist auch Getsemani sehr beliebt bei Touristen und entwickelt sich von Jahr zu Jahr mehr zu einem hippen Viertel, ohne jedoch sein ursprüngliches Gesicht zu verlieren. Denn weiterhin blättert die Farbe von den bunten Häusern und auf den schmalen Bürgersteigen wird Essen in grossen Schüsseln angeboten und auf Plastiktellern serviert. Genauso rustikal wie das Viertel sind auch die Touristen, die hier ihre Zelte aufschlagen. Man findet überall kleine Hostels anstelle von Nobelhotels und kleine Cafés anstatt teure Gourmettempel.

Unterwegs in den Strassen von Cartagena.

Während unseren letzten Tagen in Cartagena liessen wir es uns hoteltechnisch richtig gut gehen. Weshalb wir nochmal den Stadtteil wechselten, was uns ins historische Zentrum (El Centro) führte. Hier sieht man deutlich die Wichtigkeit und den Reichtum Cartagenas während der Kolonialzeit. Hohe Kathedralen überragen noch immer die mondänen Stadtpalais im Stil des 16. und 17. Jahrhunderts.

Blick auf den Turm der Kathedrale der Heiligen Katharina von Alexandria.

Umrundet wird dieses Quartier von hohen und gut erhalten Wehr- und Stadtmauern, da Cartagena wegen der grossen spanischen Warenlagern ein beliebtes Ziel bei Freibeutern war. So hat z. B der berühmte Pirat Sir Francis Drake die Stadt angegriffen und geplündert. Heute muss man sich zu Glück keine Gedanken mehr um Captain Morgen und Co machen.

El Centro bei Nacht.

Die grössten Sorgen sind eher in welchem der unzähligen guten Restaurants man sich verköstigen lässt oder die Qual der Wahl für welche Bar man sich entscheidet. Einziger Wehrmutstropfen: Die vielen und auch hier sehr aufdringlichen Strassenverkäufer. Für uns gehört die Altstadt von Cartagena, zusammen mit Cusco und Sucre, zu den schönsten die wir bis jetzt auf unserer Südamerikareise besuchen durften.

 San Andrés / Providencia

Zu den kolumbianischen Traum-Reisezielen in dem das Karibikflair voll zur Geltung kommen soll, gelten die Inseln San Andrés und Providencia. Wegen dem vielfältigen und glasklaren Karibikwasser, wird das Meer von den Inseln auch als „Mar de los 7 colores“ (Meer der sieben Farben) bezeichnet. Davon wollten wir uns natürlich selber überzeugen. Beide liegen im karibischen Meer, etwa 800km von der kolumbianischen Küste entfernt. Obwohl die Inseln viel näher an Nicaragua liegen, gehören sie dennoch zu Kolumbien. Zuerst ging es mit dem Flugzeug von Cartagena nach San Andrés.

Sprat Bight – San Andrés.

Sprat Bight – San Andrés.

Weiter ging es mit dem Katamaran nach Providencia. Die Fahrt alleine war schon ein kleines Abenteuer. Das Meer war nämlich so rau, dass die ersten Passagiere schon nach 10 Minuten anfingen sich zu übergeben. Wer keinen festen Magen hat, sollte deshalb definitiv lieber mit dem Flugzeug anreisen. Anfangs dachten wir auch, wie sollen wir nur diese 2.5h durchhalten. Nach ca. einer Stunde hatten wir uns aber daran gewöhnt.

Katamaran.

Die Insel entschädigte uns für alle aufgenommenen Strapazen. Genau so stellt man sich das Paradies vor: Einsame weisse Sandstrände, kristallklares Wasser, Palmen und eine unberührte Natur. Hier gibt es kein Massentourismus und All-Inclusive-Hotels, sondern nur gemütliche Cabañas (Hütten) mit Hängematten. Die Insel mit ihren Korallenriffen und Unterwasserwelt ist ein reines Tauch- und Schnorchel Paradies.

Freshwater Bay – Providencia.

Eine der vielen Eidechsen, auf dem Weg zu „The Peak“ in Providencia.

„The Peak“ Mirador. Aussicht über Providencia.

Es lohnt sich noch einen kleinen Abstecher nach Santa Catalina zu machen. Dies ist eine kleine und wunderschöne Insel, die schon Captain Morgan zu schätzen wusste und daher angeblich sein Gold dort begrub. Sie ist nur 122m von Providencia entfernt und ganz einfach über eine Holzbrücke (Lover’s Line) zu erreichen.

Lover’s Line – Santa Catalina.

Fort Beach – Santa Catalina.

Captain Morgan’s Head – Santa Catalina.

Plant auf jeden Fall mehr Tage in Providencia ein, da die Insel noch viel schöner als San Andrés ist!

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Ein Gedanke zu “Kolumbien: Unterwegs im Norden von Kolumbien

  1. Zum Glück macht ihr gerade Ferien von den Ferien und so gab es nach langem mal wieder einen spannenden Bericht. Hat auf jeden Fall Lust gemacht auf einen Insel Abstecher. Cartagena ist auch meiner Meinung nach mit die schönste Stadt in Südamerika. Gefällt mir sogar besser, als Havana.

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