Brasilien: Porto Alegre / Florianópolis

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Beach-Life in Florianópolis.

Von Punta del Diablo ging es 40km weiter in die Grenzstadt Chuy. In Chuy angekommen mussten wir zusammen mit Mücken, Vierbeinern und Sechsbeinern an der uruguayischen Grenze vier Stunden auf den Bus ausharren. Wir glaubten schon nicht mehr daran, aber so gegen 01:30 tauchte unser Nachtbus nach Porto Alegre dann doch noch auf. Die 7.5h Fahrt verlief dann erfreulicherweise komplett unproblematisch. Sogar die Einreiseformalitäten wurden für uns übernommen. Wir mussten nur unsere Pässe abgeben und konnten die ganze Fahrzeit durchpennen. So eine Busfahrt kann also auch seine Vorteile haben. 🙂

Porto Alegre (portugiesisch für „Fröhlicher Hafen“) ist die grösste Stadt im Süden Brasiliens. Auf dem Weg zu unserem Hostel fiel uns sofort auf, dass die Armut hier viel mehr verbreitet ist, als noch in Argentinien und Uruguay. Überall sieht man Menschen, die mit nur einer Matratze oder einem Einkaufswagen auf der Strasse leben. Nach diversen Gesprächen mit Einheimischen, ist die Kriminalitätsrate in Porto Alegre sehr hoch und man sollte sich nur mit einem gesunden Menschenverstand fortbewegen. Obschon wir nur 2 Tage in Porto Alegre verbracht haben, hat uns der Aufenthalt dort sehr gefallen. Es gibt zwar nicht wirklich viel zu sehen und die Stadt hat auch nicht wirklich viele schöne Ecken, dafür waren die Leute sehr freundlich, neugierig und hilfsbereit. Sehr amüsant war mein Besuch beim Friseur. Meine Haare wurden dort mit Begleitung von elektrischen Klängen eines DJs geschnitten und gratis Bier gab es auch noch dazu. Würde ich in Brasilien wohnen, würde ich mir sicher öfters einen neuen Haarschnitt gönnen. 😉 So wie es der Zufall will, lag unser Hostel nur 200m von einer Quentin Tarantino Bar. Ich habe schon des Öfteren Tarantino-Bars angetroffen. Da wurde der Name leider nur benutzt und die Location hatte rein gar nichts mit dem Regisseur und seinen Filmen zu tun. Ganz anders die „Quentin’s“ Bar in Porto Alegre. Hier steckt viel Liebe drin. Die Einrichtung ist dekoriert mit diversen Tarantino Motiven und Postern. Und es wird auch immer ein Tarantino-Streifen ausgestrahlt. Ein Highlight für alle Cineasten.

Caipi im "Quentin's"

Caipi im „Quentin’s“.

Tarantino-Wall im "Quentin's"

Tarantino-Wall im „Quentin’s“.

Kofferraum-Shot Poster Collection im "Quentin's"

Kofferraum-Shot Poster Collection im „Quentin’s“.

Django Unchained läuft im Hintergrund.

Caipi, Uma, und Django Unchained im „Quentin’s“.

Unsere Reise führte uns weiter nach Florianópolis. Floripa, wie die Einheimischen den Ort nennen, ist die Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaats Santa Catarina. Auf der Insel Santa Catarina gibt es mehr als vierzig traumhafte Strände.

Mehr Blick von unserem Hostel in Florianópolis.

Meer Blick von unserem Hostel in Florianópolis.

Praia Mole in Florianópolis.

Praia Mole in Florianópolis.

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Sonnenaufgang am Praia Mole in Florianópolis.

Ausblick auf Praia da Galheta Praia Mole in Florianópolis.

Ausblick auf Praia da Galheta in Florianópolis.

Das „Strandleben“ ist in Brasilien sehr unterhaltsam und man wird von allen Seiten bedient. Von Sonnenschirmen, Sonnenbrillen, Liegestühlen, Wasser, Bier, Caipirinhas, Schmuck, Kleider, Sandwichs, Churros und Eis gibt es alles was man braucht. Das Beste daran, die Verkäufer sind nicht aufdringlich. Wenn man etwas will, reicht ein Handzeichen. Unser Favorit war gegrillter „Queijo coalho“. Dies ist ein Käse der auf einem kleinen mobilen Holzkohle-Grill zubereitet wird.

Gegrillter Käse am Stiel gefällig?

Gegrillter Käse am Stiel gefällig?

Apropos Caipirinha. Das Nationalgetränk aus Brasilien kennen wir auch bestens in Europa. Brasilianische Caipirinhas schmecken aber total anders, da bei uns fast nie das Originalrezept aus Brasilien angewendet wird. Oft wird noch Sprite oder ein falsches Mischverhältnis angewendet. Der originale Caipi besteht allerdings nur aus Rohrzucker (in Brasilien wir nur weisser Rohrzucker verwendet), Limetten, Eiswürfel (auch hier werden nur normale Eiswürfel und kein Crushed Ice verwendet) und Cachaça (Zuckerrohrschnaps). In Brasilien ist man vor allem viel spendabler mit der Cachaça Menge. So kann es schon mal vorkommen, dass der eine oder andere schon nach 2 Caipi’s flach liegt. 😀 Als Caipira werden in Brasilien Hinterwäldler bezeichnet. Das Wort wird auch oft für „Geizhals“ verwendet . Der Name entstand als man einen preiswerten, aber zugleich leckeren Cocktail erfinden wollte, den sich sogar ein „Geizhals“ leisten konnte. Die Endung „inha“ ist eine reine Verniedlichungsform. Frei übersetzt heisst Caipirinha also „kleiner Geizhals“.

Brasilianischer Caipi

2 kleine Geizhälse treffen sich am Strand…

Sehr beliebt in Brasilien ist die Frucht Açaí. Dies sind Beeren die auf einer Palme wachsen. Die gepflückte Beeren sind nur wenige Stunden haltbar und werden direkt nach der Ernte verarbeitet. Açaí wird deshalb oft nur tiefgefroren als Smoothie oder zusammen mit Müsli angeboten.

Açaí na tigela (Açaí in einer Schüssel)

Açaí na tigela (Açaí in einer Schüssel)

Die Brasilianische Küche ist sehr vielseitig und bietet diverse köstliche Gerichte. In Florianópolis werden hauptsächlich Gerichte und Eintöpfe mit Meeresfrüchte angeboten. Besonders empfehlenswert ist Moqueca (Ein Fischeintopf aus Fischfilets, Kokosmilch, Palmöl und Tomaten) und Bobó de camarão (Shrimps mit Maniok-Creme).

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Manu hat die Hoheit über Moqueca.

Eigentlich wollten wir schon in Argentinien und Uruguay an ein Fussballspiel. Wegen der Sommerpause und einem Unwetter war dies leider nicht realisierbar. Im dritten Anlauf hat es nun endlich geklappt und wir konnten brasilianische Fussballluft schnuppern. Die Fans sind bei jeder Szene mit Herzblut am mitfiebern. Bei jedem Pfiff für den Gegner wird sofort geflucht und diskutiert. Da das ganze Stadion mitsingt und die Mannschaft nach vorne anpeitscht, entsteht eine aussergewöhnliche Atmosphäre, die wir so von Europa nicht kennen. Wir hatten die Gelegenheit das Stadtderby zwischen Avaí FC und Figueirense FC, um die Staatsmeisterschaft von Santa Catarina im Stadion Ressacada anzuschauen. Ein spektakuläres Erlebnis, was für allem an den fanatischen Zuschauern lag. Avaí FC ist letztes Jahr in die erste Liga (Série A) aufgestiegen. Figueirense FC ist dagegen in die zweite Liga (Série B) abgestiegen. Deshalb war das Spiel immer geprägt von lauten Sprechchören „Segunda División“ in Richtung Gegnerfans.

Vor dem Stadion Ressacada. Heimstätte von Avaí FC.

Vor dem Stadion Ressacada. Heimstätte von Avaí FC.

Warten auf den Anpfiff. Im Stadion wir kein Bier verkauft. Was die leeren Ränge erklärt. Hätte uns dies nur jemand gesagt. ;-) Hätte man aber ja auch erahnen können...

Warten auf den Anpfiff. Im Stadion wir kein Bier verkauft. Was die leeren Ränge erklärt. Hätte uns dies nur jemand gesagt. 😉 Hätte man aber ja auch erahnen können…

So langsam füllt sich das Stadion.

So langsam füllt sich das Stadion.

Einlauf der Mannschaften.

Einlaufen der Mannschaften.

Für alle Fussballfans habe ich noch ein kurzes Video aufgenommen. 😛

Unsere Reise geht weiter nach Rio de Janeiro.

 

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