Eddie the Eagle

Originaltitel: Eddie the Eagle
Jahr: 2016
Regisseur: Dexter Fletcher

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Der britische Skispringer Michael Edwards, besser bekannt als „Eddie the Eagle“ fliegt wieder. Zwar nicht mehr an den Olympischen Winterspielen in Calgary, sondern in einem herzerwärmenden Feel-Good-Movie auf der großen Leinwand. Es ist die Geschichte des krassen Außenseiters, der trotz allem, mit einem unbeugsamen Kämpferherz nie aufgibt. Keiner verkörpert und lebt den olympischen Gedanken „Dabei sein ist alles“ so authentisch und sympathisch wie „Eddie the Eagle“.

Bronson Peary: „You’ve got more heart, more dedication than any of those guys out there. I mean, heck, you’re the gum on my shoe—I can’t get rid of you!“

Schon als kleiner Junge hatte Michael Edwards nur ein Ziel. Er wollte unbedingt an den Olympischen Spiele teilnehmen. Da er es zunächst als Skifahrer wegen zu viel Konkurrenz nicht ins Nationalteam der Briten schaffte, entschied er sich zum Skispringen zu wechseln. Skispringen war zu diesem Zeitpunkt eine olympische Disziplin, die von keinem britischen Sportler ausgeübt wurde. So begann Eddie ohne finanzielle Unterstützung und Talent, dafür aber mit umso mehr Kampfgeist, Wille, Leidenschaft und Mut an Skisprungwettbewerben teilzunehmen, um sich für die Olympischen Winterspiele zu qualifizieren.

Den Vertrag zur Verfilmung dieser Underdog-Geschichte hatte Michael Edwards schon vor über 17 Jahren unterschrieben. Die Jahre vergingen und nichts passierte. Plötzlich fiel der gute Eddie aber aus allen Wolken, als vor einem Jahr Produzent und Regisseur Matthew Vaughn bei ihm anrief und sagte: „Eddie, wir legen los!“. Die Regie überliess Matthew Vaughn seinem Kumpel Dexter Fletcher, der vor allem durch seine schauspielerischen Auftritte in den Filmen „Kick-Ass“ (2010) und „Layer Cake“ (2004) bekannt ist. Wenig überraschend fällt auch die Besetzung von Taron Egerton als Eddie aus, da Vaughn und Egerton schon eine erfolgreiche Zusammenarbeit  in „Kingsman: The Secret Service“ (2014) vorweisen konnten. Wie auch schon in Kingsman überzeugt der junge und talentierte Brite, verkörpert Eddie sehr authentisch, fängt seine Eigenheiten perfekt ein und sieht ihm dank Maske auch äußerlich sehr ähnlich.

Vieles an der Geschichte ist natürlich erfunden und ausgeschmückt, wie z.B. die Rolle von Hugh Jackman als Trainer. Eddie konnte sich damals gar keinen richtigen Trainer leisten, stattdessen hatte er etwa 20-30 verschiedene Trainer, da er sich immer anderen Gruppen anschliessen musste. So wurde aus den verschiedenen Trainern, nur eine Person geformt, was dem Film sicher zugutekommt. Hugh Jackman passt perfekt in die Rolle des gescheiterten und alkoholabhängigen Ex-Skispringers Bronson Peary, der nur noch die Sprungschanzen pflegt und betreut. Taron Egerton und Hugh Jackman harmonieren brillant zusammen und sorgen für viel Unterhaltung, Humor und Lacher. Bei allen Sprüngen fiebert man mit Eddie mit und begibt sich dadurch auf eine emotionale Achterbahnfahrt. Die Olympischen Winterspiele 1988 in Calgary waren nicht nur das Jahr von „Eddie the Eagle“, sondern auch die von der ersten jamaikanischen Bobmannschaft. So erinnert der Film oft an die Komödie „Cool Runnings“ (1993). Wie die schlechte, dafür aber stets gut gelaunte jamaikanische Bobmannschaft, erobert auch „Eddie the Eagle“ die Herzen der Zuschauer nach nur wenigen Minuten. Da eine wahre Geschichte erzählt wird, ist natürlich vieles vorhersehrbar, dies beeinträchtigt das Filmvergnügen aber nicht und die 106 Minuten vergehen wortwörtlich wie „Eddie the Eagle“ im Flug.

„Eddie the Eagle“ ist ein charmanter, unterhaltsamer und kurzweiliger Feel-Good-Movie, der mit viel Liebe und Herz inszeniert wurde und vor allem durch das Schauspielerduo Egerton/Jackman überzeugt. Ich war nie ein Fan von Skispringen und habe es mir auch nie angeschaut. Für Eddie würde ich aber eine Ausnahme machen. Wenn ich die Gelegenheit und eine Zeitmaschine hätte, würde ich ins Jahr 1988 zurückreisen, ihn in Calgary anfeuern und laut „The Eagle has landed!” zurufen. 🙂

8/10

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5 Gedanken zu “Eddie the Eagle

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