The Revenant

Originaltitel: The Revenant
Jahr: 2015
Regisseur: Alejandro González Iñárritu

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Hugh Glass: „I ain’t afraid to die anymore. I’d done it already.“

„The Revenant“ basiert auf wahren Begebenheiten und ist eine Romanadaption von dem gleichnamigen Buch von Michael Punke. Der Film verfolgt die Geschichte des Pelztier-Jägers Hugh Glass. Nachdem sein Camp von Indianern überfallen wird, kämpfen Hugh Glass (Leonardo DiCaprio) und seine Männer ums nackte Überleben. Regisseur Alejandro González Iñárritu kehrt nach seiner Hollywood-Satire „Birdman“ (2014), zu einem kompromisslosen Drama zurück und wechselt vom New Yorker Broadway in die kalte Wildnis.

An Lobeshymnen der Kritiker, Nominationen und Preise für Awards mangelt es bisher nicht. Im Rahmen der Golden Globe Awards 2016 wurde „The Revenant“ schon als Bester Film (Drama), bester Hauptdarsteller (Leonardo DiCaprio) und Beste Regie (Alejandro González Iñárritu) ausgezeichnet. Auch die Academy Award Jury ist begeistert und nominierte den Film in zwölf Kategorien für einen Oscar. Auch Leonardo DiCaprio, der bis jetzt bei den Oscars immer leer ausging, ist zum fünften Mal nominiert und Topfavorit auf die begehrte Trophäe als bester Hauptdarsteller.

Alejandro González Iñárritu präsentiert uns mit „The Revenant“ einen rohen und intensiven Survival-Western, der vor allem über seine visuelle Ebene überzeugen und beeindrucken kann. Dies ist vor allem der hautnahen Kameraführung von Emmanuel Lubezki zu verdanken, die den Zuschauer die Isolation, Kälte und das Elend, welches die Charaktere durchmachen müssen, regelrecht miterleben lässt. Durch naturgewaltige Landschaftsaufnahmen und lange Kamerafahrten brilliert Lubezki wie auch schon in „Birdman“ (2014) und ist ein Meister seines Faches. Highlight ist der fast schnittfreie Indianerangriff zu Beginn des Films. Jede Szene ist auf das kleinste Detail durchgeplant und ist perfekt choreografiert. Für die Beleuchtung wurde nur natürliches Licht eingesetzt. Es wurde bewusst komplett auf Scheinwerfer verzichtet. Dadurch hatte man pro Tag nur wenige Drehstunden zur Verfügung. Bis auf einige Szenen mit Tieren ist auch nichts digital bearbeitet worden. Die Szenen wirken dadurch stets realistisch und sehr authentisch. Mit „The Revenant“ führte Alejandro González Iñárritu seine Schauspieler und seine komplette Crew an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Gedreht wurde im arschkalten Kanada und als es dort zu warm wurde und es keinen Schnee mehr gab, musste man ausweichen und die Dreharbeiten an den südlichsten Teil Argentiniens verlegen. Einige Crewmitglieder kündigten sogar nach ein paar Wochen, weil sie mit der Kälte und der Belastung nicht fertig wurden. Auch das Filmequipment versagte bei Temperaturen von Minus 40 Grad. Das Schauspielerensemble ist mit Leonardo DiCaprio, Tom Hardy und Domhnall Gleeson hervorragend besetzt.In erster Linie war es Leonardo DiCaprio, der an seine körperlichen und emotionalen Grenzen gehen musste und hätte den Oscar definitiv mal verdient. Ob es beim fünften Mal klappt, bleibt allerdings abzuwarten. Auch nominiert als bester Nebendarsteller ist Tom Hardy. Beide Nominationen gehen auf jeden Fall in Ordnung.

Der einzige Wermutstropfen ist die inhaltlich dünne Handlung, die sich bei einer Laufzeit von 2h 36min teilweise bemerkbar macht. Im Endeffekt ist „The Revenant“ nicht anders als ein Survival-Film. Die Handlung ist zu jeder Zeit vorhersehbar und bietet keinerlei Überraschungen. Mit einem besser durchdachten Script, hätte hier ein absolutes Meisterwerk entstehen können. So ist das Endprodukt visuell und Schauspieler technisch eine Meisterleistung, inhaltlich leider nur Durchschnittsware. Trotz der inhaltlichen Schwächen überragen die Schauspieler und die Bildsprache und Regisseur Alejandro González Iñárritu hat mal wiedermal ein visuelles Kunstwerk erschaffen.

8/10

 

2 Gedanken zu “The Revenant

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