Sicario

Originaltitel: Sicario
Jahr: 2015
Regisseur: Denis Villeneuve

Sicario

„Nothing will make sense to your American ears, and you will doubt everything that we do, but in the end you will understand.“

„Prisoners“ von Denis Villeneuve gehörte 2013 zu meinem absoluten Lieblingsfilm. Dementsprechend gross war die Vorfreude auf sein neues Projekt „Sicario“. „Sicario“ bedeutet auf Spanisch „Auftragskiller“. Leider kann ich die ganzen Lobeshymen nicht ganz teilen.

Die Anfangssequenz und das erste Viertel schmeckt wie ein saftiges Wagyū Steak, welches perfekt auf den Punkt gegart wurde. Denis Villeneuve ist es gelungen die Geschichte um einen knallharten Drogenkrieg an der Grenze zwischen Mexiko und den USA bildgewaltig und bedrückend in Szene zu setzen. Es entsteht von Anfang bis Schluss eine beunruhigende und bedrohliche Atmosphäre, die von einer perfekt abgestimmten und intensiven Musikuntermalung begleitet wird. Kameramann Roger Deakins liefert atemberaubende Luftaufnahmen von Wüstenlandschaften und eindrucksvolle Nachtaufnahmen. Der guten Kameraführung ist es zu verdanken, dass die wenigen enthalten Actionszenen schnörkellos in Szene gesetzt sind und man erhält so oft das Gefühl selbst mittendrin zu sein. Emily Blunt, Benicio Del Toro, und Josh Brolin bilden ein erstklassiges Schauspielerensemble und spielen ihre Rollen absolut authentisch. Leider wird das zarte Wagyū Steak nach der grandiosen Autobahn-Stau-Actionszene auf dem Grill vergessen und vegetiert zu einer zähen Schuhsohle. Denis Villeneuve wird vom Drehbuch im Stich gelassen. Die Story wirkt ab diesem Zeitpunkt schleppend und baut keinerlei Spannung mehr auf. Allgemein bietet die Handlung für einen Thriller viel zu wenig und lässt sich mit einem Satz zusammenfassen. Um es mit den Worten von B. B. King zu sagen. „The Thrill Is Gone“ und so entwickelt sich Sicario von einem Thriller-Meisterwerk zu einem durchschnittlichen Drama-Film.

Handwerklich ist Denis Villeneuve ein weiteres Kunstwerk gelungen. Inhaltlich plätschert Sicario nach einem starken Auftakt leider nur noch so dahin und konnte mich auf Dauer zu wenig begeistern.

6/10

7 Gedanken zu “Sicario

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