Youth

Originaltitel: Youth
Jahr: 2015
Regisseur: Paolo Sorrentino

Youth

Fred Ballinger: „You were right. Music is all I understand.“

Seinen bislang grössten Erfolg feierte der Regisseur Paolo Sorrentino mit dem Film „La Grande Bellezza“, der 2014 den Oscar und Golden Globe als bester fremdsprachiger Film gewann. Sein neuer Film Youth entzückt durch eine idyllische Schweizer Kulisse und spielt zu grossen Teilen in den Schweizer Bergen im Wellness Hotel Waldhaus in Flims sowie im Hotel Schatzalp in Davos.

Hauptcharakter ist der pensionierte Komponist und Dirigent Fred Ballinger (Michael Caine). Fred lässt sich massieren, schwimmt im Swimmingpool, unternimmt Spaziergänge, raschelt an einer leeren Bonbon-Verpackung, träumt, unterhält sich und beobachtet andere Hotelgäste. Viel mehr passiert nicht. Wer also auf eine innovative und spannende Story hofft, ist hier wortwörtlich im falschen Film.

Erstaunlicherweise wird es trotz der nicht existierenden Handlung nie langweilig. Zu faszinierend und überwältigend ist die vom Regisseur vorgetragene Bildsprache und Musikuntermalung. Es gibt immer etwas zu bestaunen. Für viele Schenkelklopfer sorgt das Duo Michael Caine und Harvey Keitel. Die langjährigen Freunde unterhalten sich auf sympathische und amüsante Weise über Prostataprobleme und über die alte Jugendliebe Gilda Black. Oder es wird beim Abendessen gewettet, ob das Ehepaar am Nachbartisch sich unterhalten wird. Beide glänzen mit einer aussergewöhnlichen Performance und bewerben sich für die Academy Awards. Meine Lieblingsszene des Films gehört Harvey Keitel, wo er seinen Sohn interviewt wieso er die Tochter von Fred verlassen hat. Alleine dafür muss ich mir wohl die Blu-Ray besorgen ;-). Köstlich anzuschauen sind auch die eingesetzten Traumsequenzen. In einer Szene dirigiert Michael Caine die Natur und komponiert aus Kuhglocken, Blättern und Wind eine Symphonie oder er muss auf dem Markusplatz in Venedig, der komplett unter Wasser steht, auf einem schmalen Steg ein Model kreuzen. Eine Palette aus bunt zusammengewürfelten Nebencharakteren, wie z.B. ein molliger Diego Maradona (Roly Serrano), ein buddhistischer Mönch, Miss Universe (Madalina Diana Ghenea), Schauspieler Jimmy (Paul Dano), der nur auf seine Roboterrolle reduziert wird und Freds Tochter Lena (Rachel Weisz), die von Ihrem Mann verlassen wurde komplettieren ein ungewöhnliches Filmerlebnis. Einzig das letzte Viertel des Films kann nicht ganz mit der Qualität vom Rest mithalten und zieht sich ein bisschen in die Länge.

Es sind viele kleine liebevolle Details, die Schauspieler, der Humor und die Regie von Paolo Sorrentino die Youth einzigartig und zu einem kleinen Kunstwerk machen.

7.5

3 Gedanken zu “Youth

  1. Den Trailer fand ich auch ganz witzig. Allerdings gehe ich den wohl eher nicht ins Kino. Aber auf die Watchlist schafft er es auf jeden Fall! Und wer weiß, vielleicht schafft er es ja in die Sneak. Bei uns startet der Film glaube ich erst im November.

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  2. Pingback: Top 10 Kinofilme 2015 | Gobi's Lifestyle BLOG

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