Southpaw

Originaltitel: Southpaw
Jahr: 2015
Regisseur: Antoine Fuqua

southpaw_poster

„The more you get hit, the harder you fight.“

Regisseur Antoine Fuqua überzeugte zuletzt mit „The Equalizer“ (2014) und beschenke uns einen knallharten Actionthriller, der zweitweise an die guten alten 80er Jahre erinnerte. Nun wagt er sich mit „Southpaw“ an ein Boxerdrama.

Southpaw“ ist ein Fachbegriff aus der Boxbranche und bedeutet Rechtsausleger. D.h. die Rechte ist die Führhand und die linke die Schlaghand.

Billy Hope (Jake Gyllenhaal) ist ein sogenannter „Southpaw“, amtierender Halbschwergewichts-Champion ,steht auf dem Höhenpunkt seiner Karriere, führt ein luxuriöses Leben und findet stets Beistand und Rat bei seiner Familie. Nachdem Billy zum vierten Mal erfolgreich den Weltmeistertitel verteidigt hat, beginnt seine Frau Maureen (Rachel McAdams) sich sorgen um die Gesundheit ihres Mannes zu machen, da er mehr oder weniger bei jedem Kampf ohne Verteidigung boxt und sehr viele Schläge einstecken muss. Rocky Balboa lässt grüßen. 😉 Nach kurzer Zeit bewahrheiten sich die Sorgen seiner Frau und so langsam verliert der Champion alles was ihm etwas bedeutet hat und er muss sich wortwörtlich wieder nach oben boxen.

Vielmehr sollte von der Story nicht verraten werden. Und schaut euch auf keinen Fall den Trailer an, da dieser den gesamten Film spoilert. Die Story von „Southpaw“ ist altbekannt, eine typische Boxerstory, die man schon mehrere Male gesehen hat und bedient sich bei allen gängigen Boxerfilm-Klischees. Dadurch wirkt alles Vorhersehbar und bietet nicht wirklich viel Neues. Deshalb sollte man von dem Film so wenig wie möglich wissen, um wenigstens noch ein bisschen überrascht zu werden. Soweit erst mal zu den Schwächen des Film. Das Herzstück und der grandiose Pluspunkt von „Southpaw“ ist das großartig aufspielende Schauspielerensemble. Der Cast ist von den Hauptdarstellern bis zu allen Nebendarstellern hervorragend besetzt.  In „Nightcrawler“ (2014) spielte Jake Gyllenhaal noch einen ausgehungerten und skrupellosen Soziophaten. In „Southpaw“ ist er als Box-Champion kaum mehr wiederzuerkennen und legt eine außergewöhnliche optische Veränderung dar. Bemerkenswerter ist allerdings sein Schauspiel. Intensiv, überwältigend, mitreisend und absolut glaubwürdig. Jake Gyllenhaal entwickelt sich immer mehr zu einen der besten Charakterdarsteller der heutigen Zeit. Komplettiert werden die guten Leistungen von Rachel McAdams und Forest Whitaker. Erwähnenswert ist auch die Performance von der Jungdarstellerin Oona Laurence, welche die Tochter des Boxers absolut authentisch spielt. Sogar 50 Cent ist nicht fehlbesetzt und kann als Manager überzeugen. Auch Regisseur Antoine Fuqua macht einen exzellenten Job. Die Boxkämpfe sind kompromisslos, gut choreographiert und der gesamte Film besticht durch eine gelungene Optik. „Southpaw“ ist mehr Drama als Boxerfilm und verfügt über viele ruhige Stellen, was aber in keinster Weise negativ auffällt. Einzig bei der Story und beim Drehbuch sammelt „Southpaw“ kleine Minuspunkte.

Regisseur Antoine Fuqua ist ein packendes und mitreisendes Boxerdrama gelungen, welches das Rad zwar nicht neu erfindet, dafür aber durch den herausragenden Cast bestens unterhalten kann. Auch das im November 2015 erscheinende Rocky Spin-Off „Creed“ wird sehr wahrscheinlich Story technisch nach Schema F verlaufen. Wer darüber weg sehen kann, wird den Film mögen, alle anderen sollten „Southpaw“ meiden.

7/10

 

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