St. Vincent

Originaltitel: St. Vincent
Jahr: 2014
Regisseur: Theodore Melfi

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Ich wollte mir St. Vincent eigentlich schon Anfang Jahr im Kino anschauen. Allerdings lief das Regiedebüt von Theodore Melfi nur wenige Wochen in den Berner Kinos und ich verpasste die Vorstellung. Seit dem 21.5.2015 ist die deutsche Blu-ray erschienen. Ein guter Zeitpunkt um verpasstes nachzuholen. 🙂

Vincent (Bill Murray) trinkt Whiskey, raucht, flucht, ist pleite, griesgrämig und verbringt seinen Tag entweder auf dem Sofa mit seiner Perserkatze oder mit der russischen Prostituierten Darka (Naomi Watts). Besuche in Strip Clubs, Bars und Pferderennbahnen stehen auch auf dem täglichen Pflichtprogramm. Eines Tages steht die neue und alleinerziehende Nachbarin Maggie (Melissa Mccarthy) vor seiner Tür. Vincent willigt ein auf ihren 12-jährigen Sohn Oliver (Jaeden Lieberher) aufzupassen, um schnelles Geld zu verdienen. Die beiden kommen sich näher und Oliver schafft es hinter die Fassade des grimmigen Vincent zu schauen und entfacht das schon verloren geglaubte Herz des Rentners.

Die Story „Jugendlicher befreundet sich mit einem mürrischen Mann und Sie entdecken das Leben neu“ kennen wir schon aus vielen Filmen wie z.B. „Gran Torino“ (2008) oder „About a Boy“ (2002). St. Vindent erfindet das Genre nicht neu. Trotzdem punktet der Film mit einer sehr ausgewogenen Balance zwischen Humor, Dramatik und ernsten Momenten. Die Rolle des brummigen und coolen Opas ist Bill Murray auf den Leib geschrieben. Mit viel Wortwitz, Sarkasmus und Situationskomik sorgt Murray für viele Lacher und kann alle seine Qualitäten brillant ausspielen. Auch der Jungdarsteller Jaeden Lieberher spielt absolut überzeugend und harmoniert perfekt mit Murray. Die beiden spielen das ungleiche Duo sehr herzerfrischend. Dies führt zu brüllend komischen Momenten aber auch zu erweichenden traurigen Szenen. Für sehr viel Komik sorgt auch die ungewöhnliche Rolle und Performance von Naomi Watts. Sie spielt eine russische, schwangere Prostituierte („Lady of the night“) und schon alleine der russische Akzent von Watts macht Spaß. Ich könnte mir einige Dialoge und Szenen 100x anschauen und immer wieder lachen. Positiv aufgefallen ist mir auch Melissa McCarthy. Ich dachte zuerst noch, die wird sicher nerven und viele Szenen kaputt machen. Aber Sie spielt die Rolle zum Glück nicht wie gewohnt verkrampft lustig, sondern untypisch ernst, seriös und zurückhaltend.

Oliver: What’s Vin like when I’m not around?

Daka: [with Russian accent] He don’t like people. People don’t like him. Except cat, and you. Why you like him?

Sympathisches und berührendes Feelgood-Buddy-Movie, mit viel Humor, Charme und Herz. Trotz bekannter und vorhersehbarer Story kann der Film überzeugen. Dies ist vor allem den Darstellern zu verdanken, allen voran Bill Murray in seiner Paraderolle.

8/10

 

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