Big Eyes

Originaltitel: Big Eyes
Jahr: 2014
Regisseur: Tim Burton

Big-Eyes-poster

Moment mal. Kein Johnny Depp? Keine Helena Bonham Carter? Keine Fantasiewelt? Es ist eine reale Geschichte? Und es ist ein Tim Burton Film? Richtig.

Nichts gegen Johnny Depp oder Helena Bonham Carter, aber mit Ausnahme von „Frankenweenie“ (2012), waren beide jeweils 5x in den letzten 6 Burton Filmen beteiligt. Da ist es mal erfrischend Amy Adams und Christoph Waltz in den Hauptrollen zu sehen. Genauso erfreulich ist es, dass sich der Regisseur wieder mal wagt eine reale Geschichte zu verfilmen. Schon mit „Ed Wood“ (1994) lieferte uns Burton ein beeindruckendes Biopic über den angeblich schlechtesten Regisseur aller Zeiten. Edward D. Wood Jr.

„Big Eyes“ erzählt die wahre Geschichte des Künstlerehepaares Margret und Walter Keane. Kinder, Frauen und Tiere mit überdimensionierten Augen sind das Markenzeichen der Malerin Margaret Keane. Die Gemälde waren extrem populär, auch wenn sie keine bedeutende Anerkennung in der Kunstwelt erfuhren und öfters als Kitsch bezeichnet wurden. Für einen Kunstbetrug in Millionenhöhe sorgte der Ehegatte Walter, indem er die Bilder von Margaret als seine eigenen Ausgab.

Ruben: „Why are their eyes so big?“
Walter Keane: „Eyes are the windows to the soul!“

Die traurig blickenden Gesichter mit puppenartigen und gigantischen Augen passen sehr gut zu Tim Burton und es ist nicht erstaunlich, dass er sich für die Geschichte interessierte und Gefallen an den Bildern fand. „Big Eyes“ fängt den Look der 50er/60er Jahre beeindruckend ein und überzeugt mit überzeugenden Sets und Kulissen. Der Erzählstil ist klassisch, ruhig, geradlinig und normal. Dies ist für einen Burton-Film sehr überraschend, was aber nicht negativ auffällt, da es sich um ein Biopic handelt. Auffällig ist auch, dass die Handschrift des Regisseurs nur in wenigen Szenen und in der Optik zu erkennen ist. Wie z.B. eine Sequenz im Supermarkt, wo Leute mit astronomischen Augen zu sehen sind.

Amy Adams spielt die Rolle der Margret Keane sehr zurückhaltend und überzeugend, mit viel Herz und Leidenschaft. Der naive und verletzliche Charakter der Künstlerin ist jederzeit spürbar. Christoph Waltz erinnert in manchen Szenen zu sehr an die Schauspielleistungen von „Inglourious Basterds“ und „Django Unchained“. Die Performance wirkt oft zu überspielt und überzogen. In den zwei genannten Tarantino Streifen passt dies hervorragend, in „Big Eyes“ eher weniger. Den perfekt mit den Bildern harmonierenden Soundtrack liefern Danny Elfman und Lana Del Rey.

Erfrischendes und untypisches Burton-Biopic mit einer überragenden Amy Adams. Kurzweilig und spannend inszeniert. Einzig Christoph Waltz kann nicht immer überzeugen.

7/10

8 Gedanken zu “Big Eyes

  1. Pingback: Kritik: Big Eyes | filmexe

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