Mad Max: Fury Road

Originaltitel: Mad Max: Fury Road
Jahr: 2015
Regisseur: George Miller

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My name is Max. My world is reduced to a single instinct: Survive. As the world fell it was hard to know who was more crazy. Me… Or everyone else.

Meine Fresse, war ich glücklich und erleichtert, als ich hörte, dass kein geringerer als der mittlerweile 70-jährige George Miller wieder auf dem Regiestuhl Platz nehmen wird. Denn kein anderer wäre in der Lage die Mad Max Reihe so angemessen wieder aufleben zu lassen. Hollywood hat schon zu viele unnötige und grottenschlechte Reboots von Actionfilmen gestartet, wie z.B. die Neuverfilmung von den beiden Paul Verhoeven Klassikern Robocop und Total Recall oder die grauenhafte vierte Fortsetzung von „Die Hard“ („A Good Day to Die Hard“). Mit dem Urvater und Erschaffer George Miller war aber klar, der vierte Teil ist definitiv nicht schon im Voraus zum Scheitern verurteilt. Das ist fast so schön, wie wenn James Cameron wieder einen Terminator drehen würde.

Alles begann im Jahre 1979 in Australien. George Miller stecke den damals noch völlig unbekannten Mel Gibson in einen aufgemotzten Ford Falcon XB GT Coupé und drehte mit einem sehr geringen Budget von weniger als einer halben Million Dollar den ersten Mad Max Film. Der Regisseur stellte sogar seinen eigenen Wohnwagen für eine Verfolgungsjagd zur Verfügung, da das Budget nicht ausreichte. Mel Gibson wurde zum Weltstar und Mad Max gilt heute als bahnbrechender Actionfilm-Klassiker, der mit einfachen Mitteln zu begeistern vermag. Die staubige australische Zukunftsvision, das post-apokalyptische-atmosphärische Szenario, die atemberaubenden Stuntszenen und die Verfolgungsjagten aus Cockpitsicht waren zu dieser Zeit revolutionär und hatten einen grossen Einfluss auf das Actiongenre. Auch die zwei Jahre später entstandene Fortsetzung (Mad Max 2: The Road Warrior) gilt als einer der besten Actionfilme und ist vor allem für sein furioses viertelstündiges Finale mit dem Tanklaster bekannt. Der dritte Teil (Mad Max Beyond Thunderdome) ist dann eher, ja wie soll ich es umschreiben, ein lächerlich polierter Mainstream Beitrag mit Tina Turner, erinnert mehr an Peter Pan als an Mad Max und hat mit den ersten Teilen wenig bis gar nichts zu tun. Genau 30 Jahre später nach dem Thunderdome Disaster, dürfen wir eine weitere Mad Max Fortsetzung auf der grossen Leinwand bewundern. „Mad Max: Fury Road“ wäre fast schon 2003 gedreht worden, wurde aber mehrmals wieder auf Eis gelegt. Zum Glück wurde das Projekt 2009 wieder aufgenommen und zwei Jahre später konnten die Dreharbeiten endlich beginnen.

Als Vorbereitung und Einstimmung habe ich mir alle 3 Teile (ja sogar Beyond Thunderdome) ein paar Tage zuvor nochmals angeschaut. Rückblickend muss man sagen, dass man keine Vorkenntnisse braucht um „Mad Max: Fury Road“ zu verstehen oder Spaß daran zu haben. Die Fortsetzung funktioniert als eigenständiger Film. Die Vorgänger müssen also nicht zwingend nachgeholt werden. Allerdings kann es nicht schaden, da die beiden ersten Teile wirklich sehenswert sind und es einige wenige Querverweise auf die alte Max Max Trilogie gibt. Ausserdem ist es auch ein guter Test. Ich behaupte wer die alten Max Max Filme mag, wird den vierten Teil auch mögen. Wer allerdings schon mit den Erstlingen nichts anfangen konnte, der kann sich das Kinoticket sparen.

Mad Max: Fury Road spielt irgendwann zwischen dem zweiten und dritten Teil. Die Welt ist am Ende, ausgebrannt und verwüstet. Benzin, Nahrung und Wasser sind knapp. Angeführt von Warlord Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) wird Max Rockatansky (Tom Hardy) von einer Horde durchgeknallter Schläger gefangen genommen. Max muss als lebende Blutkonserve und Zielscheibe herhalten und kämpft jeden Tag ums Überleben. Das Chaos nimmt seinen Lauf, als Furiosa (Charlize Theron) einen Tanklaster entführt und quer durch die Wüste fährt um die Erlösung in einem grünen blühenden Land zu finden. Eine Verfolgungsjagd zwischen Immortan Joe und Furiosa beginnt. Max befindet sich zwischen beiden Fronten und ist der Überzeugung alleine besser dran zu sein.

Kein anderer Actionfilm wurde in den letzten Jahren so dermassen gehypt wie Fury Road. Dies lag vor allem an dem bombastischen Trailer, der die geilste Action seit Jahren versprach. Die Frage war nur, kann er das Tempo auf Spielfimlänge halten was der Trailer für 3 Minuten versprach? Um die Frage gleich vorab zu nehmen: Hell Yeah, er kann es!

„Mad Max: Fury Road“ ist eine Art 120 Minuten Directors Cut Version der viertelstündigen Finalszene aus „Mad Max 2: The Road Warrior“ und besteht aus einer ewigen Verfolgungsjagd mit ganz wenigen Verschnaufpausen. Es entsteht eine zweistündige Action-Roadmovie-Achterbahnfahrt mit hochgetunten Blechkarren, durchgedrehten und skurrilen Charakteren, handgemachten Stunts, Effekten und Explosionen. Computertechnik (CGI) kommt nur selten und unterstützend zum Einsatz. Es entsteht keine CGI-Schlacht wie wir es aus diversen aktuellen Blockbuster Movies kennen. 80% aller Effekte sind echt und stammen nicht vom Computer. In der heutigen Zweit ist eine solche Machart ein richtiger Rebell. Es wäre schön wenn sich ein paar Produktionen eine Scheibe davon abschneiden würden. Zum Durchatmen bleibt fast keine Zeit. Ist es mal soweit, ist man richtig froh, dass man mal kurz mit den Darstellern zusammen ausruhen kann, um die ganze gesehene Zerstörung zu speichern und zu verarbeiten. Mel Gibson wurde durch Tom Hardy abgelöst. Er ist ein guter Nachfolger, spielt sich allerdings auch nicht wirklich in den Vordergrund. Hugh Keays-Byrne ist wieder mit von der Partie und übernimmt die Rolle von Warlord Immortan Joe. Fans werden Ihn noch als Motorradgang-Anführer Toecutter aus Teil 1 kennen. Erwähnenswert ist Charlize Theron, die eigentlich fast mehr die Hauptrolle übernimmt und Ihre Rolle sehr glaubwürdig spielt. Hier wären wir beim ersten kleinen Kritikpunkt angekommen. Mad Max wird zum Nebencharakter. Den Film hätte man genauso gut Mad Furiosa nennen können. Da der Charakter von Furiosa und die schauspielerische Qualität von Theron vollständig überzeugt, fällt dieser Punkt nicht so negativ auf. Wie bei jedem Mad Max Film spielt die Story keine grosse Rolle. Hintergrund, Geschichte und Charakterentwicklung sucht man vergebens. Bei einer Spielzeit von 88-95 Minuten fiel dies bei den Vorgängern noch nicht so ins Gewicht, bei 120 Minuten schon eher. Ein bisschen mehr Tiefe bei einer solchen Laufzeit, hätte sicher nicht geschadet und würde den Film sicher noch besser machen, auch wenn es ein Mad Max Film ist. 😉 Da Fury Road mehr oder weniger ein einziger Showdown ist, fehlte mir am Ende einen richten Boom-Effekt. Also eigentlich einen Showdown vom Showdown. Denn das Ganze war dann zum Schluss doch zu vorhersehbar.

Selbst nach dem Release sind fast alle Kritiker sehr euphorisch und vergeben Höchstwertungen. Der Hype geht weiter. Mad Max Fury Road scheint schon fast einen Freipass zu haben, was mich dann doch sehr überrascht, denn normalerweise kommen solche Filme nicht so gut weg. Ein Blick in diverse renommierte Review Seiten verdeutlicht meine These (Stand 16.05.2015): Rotten Tomatoes (98%), Metascore (89) und IMDb (9,0). Für eine Höchstwertung reicht es bei mir nicht ganz.

Mad Max: Fury Road läuft seit dem 14.05.2015 in Bern im Kino Bubenberg (3D im Originalton). Da der Film in 2D gedreht wurde, empfiehlt George Miller ihn auch in 2D anzusehen. Leider konnte ich bisher auch nur die 3D Version sehen. Falls Ihr auswählen könnt, schaut ihn euch zuerst in 2D an.

Was für ein schöner Tag fürs Actionkino und noch ein viel schönerer für alle Mad Max Fans.

8/10

4 Gedanken zu “Mad Max: Fury Road

  1. Pingback: Top 10 Kinofilme 2015 | Gobi's Lifestyle BLOG

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